Mitgliedschaft

Häufige Fragen zur Mitgliedschaft

FAQ

Sie haben die Fragen zum Kircheneintritt - die ELKB hat die Antworten

Bild: iStockPhoto / numbeos

Was passiert beim Kircheneintritt? Was ist dabei zu beachten, welche Schritte führen zur Mitgliedschaft? Die Fragen klingen kompliziert – die Antworten sind einfach!

Pfarrer Sebastian Kühnen von der Kircheneintrittsstelle München beschreibt die drei möglichen unterschiedlichen Ausgangssituationen, von denen aus Menschen sich zu einem (Wieder-) Eintritt entschließen und welche notwendigen Schritte abhängig von der persönlichen Lebenssituation damit im Einzelnen verbunden sind. Schritte, die lohnen, so Kühnen, eine lohnende Entscheidung treffen, denn: „Kirche bietet den Menschen Geborgenheit im Glauben und die Möglichkeit, Teil einer Solidargemeinschaft zu sein – beides ist wichtig für Halt und Orientierung im Leben.“

Wie werden die Menschen inhaltlich auf die Taufe vorbereitet?

Die Taufvorbereitung kann bei Erwachsenen in Einzelgesprächen oder auch durch einen Tauf- und Glaubenskurses geschehen. In den Gesprächen oder im Kurs werden die Basics des christlichen Glaubens vermittelt: darunter das Glaubensbekenntnis, Taufe und Abendmahl, die Zehn Gebote, das Vaterunser und Psalm 23. Die Kircheneintrittsstelle München bietet beispielsweise zweimal im Jahr einen Tauf- und Glaubenskurs an, der sechs Abende und zwei Gottesdienste umfasst. Nach Abschluss der Taufvorbereitung erfolgt die Taufe in einem Gottesdienst der Kirchengemeinde oder der Kircheneintrittsstelle.

Ich will als Erwachsener getauft werden. Wird die Taufe dann in einem Gottesdienst gefeiert, wie bei den Kindern?

Ja, die Taufe wird auch bei Erwachsenen in einem Gottesdienst gefeiert. Das Ritual der Taufe ist bei Erwachsenen und Kindern im Wesentlichen gleich. Bei einer Erwachsenentaufe spricht der Täufling natürlich selbst das Glaubensbekenntnis und benötigt daher auch keinen Taufpaten. Im Taufgottesdienst wird der Täufling im Namen des dreieinigen Gottes dreimal mit Wasser benetzt, anschließend wird ihm die Hand zum Segen aufgelegt. Der Taufspruch, den der Täufling sich zuvor ausgesucht hat, wird ihm zugesprochen. Abschließend wird seine Taufkerze entzündet. Durch die Taufe wird der Täufling automatisch Kirchenmitglied.

Ich bin zwar getauft, aber vor einiger Zeit ausgetreten und möchte nun wieder in Kirche eintreten. Was muss ich tun?

Jede evangelische Pfarrerin und jeder evangelischer Pfarrer kann einen Kircheneintritt vollziehen. In der Regel erfolgt dies in der Kirchengemeinde vor Ort oder in einer Kircheneintrittsstelle. Zum Eintrittsgespräch soll der Personalausweis, die Tauf- oder Konfirmationsurkunde sowie (wenn noch vorhanden) auch die Austrittsbescheinigung mitgebracht werden. Im Eintrittsgespräch kann alles angesprochen werden, was jeweils Aus- und Eintritt motiviert (hat). Im Anschluss an das Gespräch kann der Kircheneintritt mit den genannten Unterlagen sofort vollzogen werden. Ein Gottesdienstbesuch mit Abendmahlsteilnahme soll auf den formalen Eintritt erfolgen, ist aber nicht zwingend erforderlich.

Ich bin getauft, aber noch in einer anderen kirchensteuerpflichtigen Kirche Mitglied und will in die evangelische Kirche übertreten. Was muss ich tun?

Formal gesehen ist ein Übertritt von einer Konfession in eine andere immer ein Austritt aus der einen Kirche und ein Eintritt in die andere Kirche. Der Gesetzgeber hat geregelt, dass der Austritt im Standesamt zu erfolgen hat. Der Eintritt erfolgt dann bei der Kirche, in die der- oder diejenige konvertieren möchte. Für den Eintritt benötigen Sie formal Ihren Personalausweis, die Taufurkunde sowie die Austrittsbescheinigung, die Sie beim Standesamt erhalten haben. Im Eintrittsgespräch wird natürlich auch auf die Unterschiede zwischen den Konfessionen eingegangen. Wenn alle Fragen und offene Punkte geklärt sind, kann der Kircheneintritt von jedem evangelischen Pfarrer / jeder evangelischen Pfarrerin vollzogen werden.

Wo kann ich eintreten?

In Bayern ist das für Sie zuständige Pfarramt die erste Anlaufstelle für Ihren Eintrittswunsch. Die Ortspfarrerin beziehungsweise der Ortspfarrer stehen nicht nur für Gespräche zur Verfügung, sie kennen auch die lokalen Angebote der Kirchengemeinde, die für Sie besonders interessant sein könnten. Seit einiger Zeit gibt es in Nürnberg und in München Eintrittsstellen. Dort können Sie ebenfalls Mitglied der Kirche werden – egal, wo Sie wohnen. Sie können darüber hinaus bei jeder anderen bayerischen Pfarrerin, jedem anderen bayerischen Pfarrer eintreten – sei es, weil Sie gerade irgendwo in Bayern Urlaub machen oder weil Sie sich in der Nachbargemeinde besser aufgehoben fühlen.

Muss ich für den Eintritt etwas bezahlen?

Nein. Der Kircheneintritt ist und bleibt kostenlos. Mit der Kirchenmitgliedschaft ist allerdings bekanntermaßen in Deutschland die Kirchensteuerpflicht verbunden. Kirchensteuerpflicht besteht für all diejenigen, die zugleich auch lohn- oder einkommenssteuerpflichtig sind.

Kostet mich die Mitgliedschaft etwas?

Kirchenmitglieder sind dann kirchensteuerpflichtig, wenn ihr Einkommen lohn- oder einkommenssteuerpflichtig ist. In Bayern liegt der Kirchensteuersatz bei 8% der Lohn- oder Einkommenssteuer. Darüber hinaus erhebt die Kirchengemeinde vor Ort einmal jährlich das Ortskirchgeld. Je nach persönlichem Einkommen ist das ein Betrag zwischen 5 und 120 Euro, der der Kirchengemeinde beziehungsweise. evangelischen Einrichtungen vor Ort direkt zugute kommt.

Mein Kind wird getauft und der Pate ist nicht in der Kirche - ist das möglich?

Nein, das ist grundsätzlich nicht möglich. Das Patenamt ist ein kirchliches Amt, das nur Kirchenmitgliedern verliehen werden kann. Mit dem Patenamt ist ja der Auftrag verbunden, dass der Pate oder die Patin der Kirche ein Gesicht geben soll. Wer der Kirche den Rücken gekehrt hat, kann diesen Auftrag nicht glaubwürdig erfüllen.

Ich möchte aus der Kirche austreten. Was muss ich tun?

Es gibt viele gute Gründe für die Kirchenmitgliedschaft. Falls Sie doch zweifeln oder Fragen haben, stehen Ihnen der Pfarrer oder die Pfarrerin vor Ort als Ansprechpartner zur Verfügung. Sollten Sie sich danach trotzdem entschlossen haben aus der Kirche auszutreten, muss der Kirchenaustritt unter Vorlage der Personalien beim örtlichen Rathaus (Standesamt) erklärt werden.